Sie haben das Recht zu schweigen. Henryk M. Broders Sparring-Arena

Henryk M. Broder

01.07.2008   00:55   +Feedback

Die Schöne und das Biest

Die Älteren unter uns können sich noch an die wunderbaren Kommuniques erinnern, die man früher im ND, in der UZ und anderen Zentralorganen der Arbeiterklasse lesen konnte. Wenn, sagen wir, eine Delegation der albanischen KP die Genossen vom ZK der SED besuchte, um über den weiteren Verlauf des Klassenkampfes in der Mongolischen VR zu diskutieren, hieß es hinterher immer, die Gespräche hätten in “freundschaftlicher und herzlicher Atmosphäre” stattgefunden, man sei sich “in der Einschätzung der Lage einig” gewesen und habe beschlossen, “den Gedankenaustausch bald fortzusetzen”, um die “imperialistischen, revisionistischen und revanchistischen Kräfte” in die Schranken zu weisen.

So ähnlich liest sich auch das gemeinsame Kommunique der Präsidien des Zentralrates der Juden in Deutschland unter der Führung von Charlotte Knobloch und der SPD unter der Leitung von Kurt Beck. Ein sprachliches Juwel aus dem mobilen Setzkasten des kleinen Pfadfinders. Am besten gefällt uns dieser Absatz:

“Die SPD betonte…, die Sozialdemokratie sei sich der geschichtlichen Verantwortung bewusst und stelle sich revisionistischen Argumentationen entschlossen entgegen. Die Präsidien des Zentralrats der Juden in Deutschland und der SPD erklärten, in der Frage künftiger Ausgestaltung des Gedenkens den Dialog zu verstärken. Im Blick auf die Situation im Nahen Osten bekräftigte das SPD-Präsidium, dass nur die bedingungslose Anerkennung des Existenzrechts Israels Grundlage für einen dauerhaften Frieden in Nahost sein kann. Das Präsidium des Zentralrats der Juden in Deutschland erkannte den hohen diplomatischen Einsatz von Außenminister Frank-Walter Steinmeier für einen umfassenden Lösungsansatz in Nahost ausdrücklich an.”

Falls Sie Sülze in Aspik mögen, hier finden Sie die ganze Portion:
http://www.spd-web.de/news/?p=248

Worüber bei dem Gipfeltreffen offenbar nicht gesprochen wurde, war eine Konferenz, die kurz zuvor in Berlin stattgefunden hatte, gesponsert von Außenminister Steinmeier und mitorganisiert von der Friedrich-Ebert-Stiftung der SPD. Auf dieser Konferenz trat auch ein hochrangiger iranischer Politiker auf, der das Ende des “zionistischen Projekts” forderte. Und es war nicht das erste Mal, dass die FES der SPD mit Antizionisten kollaborierte, die in ihrem Herzen eine Mördergrube mit sich tragen. So viel zur bedingungslosen Anerkennung des Existenzrechts Israels durch das SPD-Präsidium und zum hohen diplomatischen Einsatz von Steinmeier. Lesen Sie:
http://www.jpost.com/servlet/Satellite?cid=1214492527905&pagename=JPost%2FJPArticle%2FShowFull

Siehe auch:;
» Antisemitismus auf Staatskosten «
http://www.ftd.de/politik/international/:Antiisraelische%20Parolen%20Antisemitismus%20Staatskosten/378537.html
Anti-Semitic Iranian performance subsidized by Germany
http://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-3560577,00.html
Immer mit Israel verbunden
http://www.hsfk.de/index.php?id=25&tx_ttnews[tt_news]=593&tx_ttnews[backPid]=5&cHash=f6d6b71d7a

Und was die FES sonst noch so treibt:
http://www.honestlyconcerned.info/bin/articles.cgi?ID=PR14307&Category=pr&Subcategory=16

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