Sie haben das Recht zu schweigen. Henryk M. Broders Sparring-Arena

Henryk M. Broder

09.09.2012   23:50   +Feedback

Harzer Käse aus dem Taunus

Aus einem Rundschreiben der “THEO VAN GOGH GESELLSCHAFT - Libertäre Association in Deutschland in Kronberg im Taunus”

Vieles von dem, das Adorno und Horkheimer geschrieben haben, wirkt heute nicht nur angestaubt, sondern auch pompös und prätentiös. Adornos “Minima Moralia”, lange Zeit der philosophische Ratgeber für alle Lebenslagen, liest sich heute wie eine Sammlung von Sprüchen aus einem Fortune-Cookie: “Kunst ist Magie, befreit von der Lüge, Wahrheit zu sein”, “Es gibt kein richtiges Leben im falschen”. Was, wenn doch? http://www.welt.de/debatte/article109056853/Warum-Judith-Butler-den-Adorno-Preis-verdient-hat.html

„Verstaubte“ Philosophie – statt eine frische mit Verfallsdatum! – Obendrein noch im Satzbau prätentios, wie auch Terry Eagleton allerdings anerkennend meinte: ‚Bei Adorno machte der Satz Überstunden‘“. Wohl war und wir verstehen: das prätentiös sublime des Wortes ist nicht die Stärke H. M. Broders, sondern die grob geharkte Rabulistik eines ehemaligen Hofjuden des Rudolf Augstein. Der weiß gegen Honorar selbst noch Antwort auf die Frage ob der Möglichkeit eines „richtigen Leben im falschen“: ad hominem am existentiellen Beispiel Broder selber.

Wenn aber der Philosoph, wie alle vor ihm, von gestern war und verstaubt: warum dann nicht konsequent sein und die Abschaffung des Adorno Preises zu verlangen – zwecks Transformation in einen Judith Butler Preis?

Immer wieder schön zu sehen, wie dünn die “libertäre” Tünche ist, unter der die braune Jauche wabert. Schon immer war es der Lieblingssport der gebildeten Antisemiten, darüber zu verfügen, welche Juden die guten sind und welche die schlechten. Das macht auch das linksreaktionäre Gesindel der TvG-Gesellschaft, das etwa so “libertär” ist wie die Pius-Brüderschaft, nämlich vor allem sich selbst gegenüber. Ansonsten redet es von “Hofjuden”, die “gegen Honorar” zu allem bereit sind. Im Gegensatz zu den Idealisten der THEO VAN GOGH Gesellschaft, die honorarfrei anschaffen gehen.

Was die Beschneidungsdebatte angeht, so fühlen sich die Kronberger Kretins ihrem Namenspatron verpflichtet. Der hatte auch ein ausgeprägtes Interesse an jüdischen Schwänzen: Permanenter Link

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