Sie haben das Recht zu schweigen. Henryk M. Broders Sparring-Arena

Henryk M. Broder

14.01.2013   08:49   +Feedback

Die Wünschelrutengänger der Antisemitismusforschung

Dass die Juden am Antisemitismus schuld sind, ist eine alte Weisheit, ebenso wie die, dass die Antisemiten die Opfer der Juden sind und sich nur zur Wehr setzen gegen die sinistren Pläne der Juden, den ohnehin brüchigen Weltfrieden platzen zu lassen. Jetzt kommt aber noch eine neue Erkenntnis dazu: Die Juden behindern den Kampf gegen den Antisemitismus, indem sie maßlose Behauptungen aufstellen und den Begriff “inflationär” verwenden, sagt Juliane Wetzel, die “seit 20 Jahren über Antisemitismus in Deutschland forscht”, ihn also sozusagen jeden Tag von 10 bis 17 Uhr, die Mittagspause ausgenommen, hautnah erlebt. ““Es schadet einer genauen Definition des Antisemitismus’ und damit natürlich auch einer Bekämpfung des Antisemitismus’, wenn der Begriff so inflationär verwendet und ausgehöhlt wird.”

Nun hindert niemand Frau Wetzel und...

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Achgut  Wissen  

12.01.2013   17:39   +Feedback

Ein Bündel Elend, dem man beim Wasserlassen helfen muss

Die adretten Moderatoren halten mit ihrer Verachtung für die Campbewohner nicht hinterm Berg. So haben früher Plantagenbesitzer über ihre Sklaven geredet. Dabei sagen sie immerzu “scheinbar”, wenn sie “anscheinend” meinen, denn man ist ja nicht nur im Dschungel der Gefühle und der Manieren, sondern auch in einem auch sonst deregulierten Raum. http://www.welt.de/fernsehen/specials/dschungelcamp/article112727598/Im-Darkroom-der-unlustigen-Schenkelklopfer.html

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Achgut  Kultur  

11.01.2013   23:19   +Feedback

Öffentlich-rechtliche Wegelagerei

Stellen Sie sich vor, Sie wollen mit der Bahn von Berlin nach Leipzig fahren. Oder nach München, Köln, Schwerin. Und egal, wohin Sie fahren und wie lange Sie unterwegs sind, Sie müssen immer denselben Preis bezahlen. Oder Sie gehen in ein Restaurant. Und noch bevor Sie sich hingesetzt und einen Blick in die Speisekarte getan haben, werden Sie schon zur Kasse gebeten. Verlassen Sie das Lokal, ohne etwas bestellt zu haben, behält der Wirt das Geld, denn Sie hätten ja etwas bestellen können. http://www.welt.de/debatte/henryk-m-broder/article112711404/Oeffentlich-rechtliche-Arroganz-wie-beim-ZK-der-SED.html

Siehe auch:
Eine Wohnung, ein Beitrag, eine Diskussion: Seit Anfang dieses Jahres gilt der neue Rundfunkbeitrag. Das Prinzip: Eine Wohnung - ein Beitrag. Für 90 Prozent der Bürger ändert sich damit nichts. Dennoch gibt es viel...

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Achgut  Inland  

11.01.2013   21:34   +Feedback

“Ich entschuldige mich!”

Ich bin nicht nachtragend. Auch ich schieße im Eifer des Gefechts schon mal über das Ziel hinaus. In einem Interview der “Stuttgarter Zeitung” sagte ich, Augstein bereite “propagandistisch die nächste Endlösung der Judenfrage vor – diesmal in Palästina”. Diesen Satz haben mir einige Kollegen und Leser übel genommen. Er ist in der Tat erklärungsbedürftig. Ich weiß, dass Augstein weder willens noch in der Lage ist, eine zweite Endlösung der Judenfrage zu organisieren. Aber indem er Israel zum Aggressor und den Iran zum potenziellen Opfer erklärt, indem er Grass zustimmt, dass Israel den Weltfrieden gefährdet, übernimmt er auch die Argumentation des iranischen Präsidenten, wonach “das zionistische Gebilde” ein Krebsgeschwür ist, das aus dem Nahen Osten herausoperiert werden muss, auf die eine oder andere Weise....

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Achgut  Kultur  

10.01.2013   01:07   +Feedback

Der Fluchhafen

Seit der Berliner Schuster Friedrich Wilhelm Voigt im Jahre 1906 sich eine Militäruniform besorgte, einen Trupp Wachsoldaten seinem Kommando unterstellte, mit ihnen das Rathaus der Stadt Cöpenick bei Berlin besetzte, den Bürgermeister für verhaftet erklärte und sich mit der Stadtkasse davon machte, seit 107 Jahren also hat Berlin nicht mehr so gelacht wie am vergangenen Montag, als bekannt wurde, dass die Eröffnung des neuen Berliner Flughafens wieder verschoben werden muss – zum dritten oder vierten Mal, niemand weiß es mehr so genau.

Fest steht nur, dass der im Bau befindliche Flughafen zu klein geplant wurde, dass er jetzt schon saniert werden muss und dass er am Ende das Zwei- oder Dreifache der Summe kosten wird, die anfangs geplant war. Es liegt aber nicht nur, wie oft behauptet, am fehlerhaften Brandschutz, der...

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Achgut  Inland  

10.01.2013   00:37   +Feedback

Pawlowsche Reflexe - mal rein praktisch gesehen

SPON berichtet in einer vollkommen sachlichen Meldung über einen bevorstehenden Wechsel im Obama-Kabinett: Jack Lew soll neuer US-Finanzminister werden. Worauf unter den Lesern eine Debatte ausbricht, ob es der richtige Mann für den richtigen Job ist. Eigentlich ein ganz normaler Vorgang, wenn man bedenkt, dass 90% der Deutschen Obama gewählt hätten, wenn sie das undemokratische US-Wahlrecht von der Teilnahme nicht ausgeschlossen hätte. Klar, dass sie auch bei der Besetzung der Kabinettsposten mitreden wollen.

SPON-Leser Martin-Z. macht einen noch relativ sachlichen Vorschlag:

der typ wird mit sicherheit der sargnagel der weltwirtschaft. unglaublich was in den usa und den westlichen ländern für gurkentruppen am werk sind. irgendwie verständlich, dass länder wie china, russland und syrien keinen bock haben, sich sowas...

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Achgut  Inland  

08.01.2013   23:35   +Feedback

Der subtile Charme des modernen Antisemiten

Der Vorsitzende des Deutschen Journalisten Verbandes, Michael Konken, stellte sich hinter Augstein und begründete dies mit der “besonderen Verantwortung aufgrund des Holocaust”: “Dieser Verantwortung kann aber nur gerecht werden, wer sich kritisch mit der Politik und den Entwicklungen im Nahen Osten auseinandersetzt.” Womit Konken einer Pointe des Schriftstellers Wolfgang Pohrt neues Leben einhauchte, der schon vor Jahren gelästert hatte, es sei die Pflicht der Deutschen, darauf zu achten, “dass die Juden nicht rückfällig werden”. Der Frankfurter Erziehungswissenschaftler Prof. Dr. Micha Brumlik nahm Augstein ebenfalls in Schutz. Er sagte der “taz”: “Augstein manövriert zwar gelegentlich an der Grenze zum Ressentiment, aber er argumentiert differenziert.” Es war einer jener Augenblicke, da mir bewusst wurde, wie gut ich daran getan...

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Achgut  Kultur  

04.01.2013   19:43   +Feedback

Größenwahn pur

Am 1. Januar trat in der Bundesrepublik eine neue Fernsehentgeltregelung in Kraft. Bezahlt wird nicht, wie bis jetzt, pro angemeldetes Gerät, sondern pro Haushalt, unabhängig davon, ob in dem Haushalt überhaupt ein TV-Gerät benutzt wird oder nicht. Deswegen ziehen die öffentlich-rechtlichen Anstalten keine „Gebühren“ mehr ein, sondern kassieren einen „Beitrag“. Man könnte das Verfahren mit der Mitgliedschaft in einem Sportverein vergleichen, wo man einen Beitrag zahlt, um die Anlagen benutzen zu können; tut man es nicht, ist der Beitrag trotzdem fällig.

Der Unterschied zwischen den öffentlich-rechtlichen Sendern und einem Verein liegt allerdings darin, dass man einem Verein freiwillig beitritt, während man von den öffentlich-rechtlichen Sendern zwangsrekrutiert wird. Als Ausgleich, sozusagen als Trostpflaster, sollte...

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Achgut  Inland