Sie haben das Recht zu schweigen. Henryk M. Broders Sparring-Arena

Henryk M. Broder

26.01.2013   16:24   +Feedback

Wider den alltäglichen Sexismus!

Was nun Rainer Brüderle angeht, so muss man einräumen, dass er noch in der alten Bonner Republik sozialisiert wurde, als sich kein Mann etwas dabei dachte, der Bedienung in einer Kneipe auf den Hintern zu klopfen, als Vergewaltigung in der Ehe noch kein Straftatbestand, nicht einmal ein Kavaliersdelikt, war und die letzte Station einer Frauenkarriere der Job einer “Chefsekretärin” war.

Er hat es einfach nicht mitbekommen, dass sich die Zeiten geändert haben. Peinlich genug, dass ein Fossil aus den Bonner Tagen noch immer zur politischen Elite der Berliner Republik zählt. Aber das ist nicht seine Schuld, sondern nur ein weiterer Beleg dafür, wie dünn die Personaldecke in Deutschland ist, wo man schon bei der Besetzung einer Moderatorenrolle gerne auf alte Kader zurückgreift und ein über 90 Jahre alter Ex-Kanzler, der im Sitzen...

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Achgut  Kultur  

24.01.2013   08:36   +Feedback

Wir und wirr

In einem Interview mit dem Berliner „Tagesspiegel“ sagt der grüne EU-Abgeordnete Daniel Cohn-Bendit, worauf es „in Zeiten der Globalisierung“ ankommt, nämlich: „Dass wir ein neues Wir-Gefühl erlernen müssen. Unter ‚wir’ sind dann nicht nur alle Menschen zwischen Ostfriesland und Südbayern zu verstehen, sondern die Einwohner zwischen Normandie und Elbe.“

Möglicherweise hat „Dany le Rouge“, wie der Grüne seit 45 Jahren von seinen Freunden gerufen wird, an dieser Stelle des Interviews nur „wir“ mit „wirr“ verwechselt, vielleicht wollte er aus dem „Lied der Deutschen“ von Hoffmann von Fallersleben zitieren und es fielen ihm die entscheidenden Zeilen („Von der Maas bis an die Memel,? von der Etsch bis an den Belt…“) grade nicht ein.

Es könnte aber auch sein, dass er es tatsächlich so gemeint hat,...

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Achgut  Ausland  

23.01.2013   11:38   +Feedback

Der Unterschied zwischen Stimmung und Abstimmung

Das Problem, sagt Noah Kliger, sei nicht, dass 34 Parteien zu den Wahlen zugelassen wurden, von denen drei im letzten Moment auf eine Teilnahme verzichtet haben, das Problem sei, “dass zwölf bis fünfzehn in die Knesset einziehen werden”. Was die Regierungsbildung nicht erleichtern wird. Kliger hat seine Stimme am Nachmittag in einem Wahllokal im Norden von Tel Aviv abgegeben, und er macht kein Hehl daraus, wen er gewählt hat. “Netanjahu, weil es keinen anderen gibt, der eine Regierung führen kann.” http://www.welt.de/politik/ausland/article113071636/Pension-Auschwitz-ueberlebt-Netanjahu-gewaehlt.html

Das meint der Leser:
Nachdenklich stimmt das jemanden mit einem solchen Lebenslauf das Schicksal von Millionen die sein Land in seinem Namen seit Dekaden unter Besatzung und Zwangsherrschaft hält anscheinend überhaupt nicht...

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Achgut  Ausland  

23.01.2013   08:28   +Feedback

Der sprachlose Schwätzer

Es gibt viele Gründe, warum eine(r) Journalist wird. Weil es einer der letzten freien Berufe ist, für den man/frau sich nicht qualifizieren muss. Weil er/sie nichts Ordentliches gelernt und ein Studium erfolgreich abgebrochen hat. Weil man/frau Freikarten zu Filmpremieren bekommt und sich bei Konzerten im Backstage-Bereich aufhalten kann. Weil er/sie in der Kanzler-Maschine zum Staatsbesuch in Moldawien mitfliegen darf. Weil man/frau morgens länger ausschlafen kann als ein Lehrer, der um acht Uhr zum Dienst antreten muss. Oder weil Schreiben Spaß macht und weil es schön ist, eine Leidenschaft zum Beruf machen zu können - wie Bergsteigen bei Reinhold Messner oder Autofahren bei Michael Schumacher. Der Präsident des Europa-Parlaments, Martin Schulz, gibt in aller Offenheit zu, dass er schon als Kind gerne lange Reden hielt - und...

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Achgut  Kultur  

21.01.2013   17:12   +Feedback

Bis der Rentenbescheid kommt

Stellen Sie sich einmal einen Arzt vor, der vor seine Patienten tritt und erklärt, er werde sich von nun an nicht mehr um die Grippekranken kümmern, das würde ihn nur davon abhalten, die Krebskranken zu versorgen. Oder stellen Sie sich einen Richter vor, der Diebe, Räuber und Vergewaltiger ziehen lässt, weil er sich darauf konzentrieren möchte, Mörder ihrer gerechten Strafe zuzuführen. Wäre doch lustig, nicht wahr?

Und dann hören Sie sich das an, was Frau Dr. Juliane Wetzel, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Berliner Zentrum für Antisemitismusforschung, über die Prioritäten im Kampf gegen den Antisemitismus sagt, den sie seit 20 Jahren von ihrem Schreibtisch aus führt. Polemiken wie die von Tuvia Tenenbom seien wenig hilfreich, sie würden nur den Blick auf das wahre Problem verstellen. “Es schadet einer genauen Definition...

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Achgut  Wissen  

18.01.2013   22:56   +Feedback

Wahlen 2013

Wow! Wird das ein Jahr! Landtagswahlen in Niedersachsen, Parlamentswahlen in Bulgarien, Liechtenstein, Kuba, Dschibuti, Kamerun, Albanien und Ruanda, Präsidentschaftswahl in Äthiopien, Madagaskar, Montenegro und Simbabwe, Landtagswahlen in Kärnten und Kommunalwahlen in Schleswig-Holstein. Und möglicherweise auch Neuwahlen in der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, denen eine Sezession folgen könnte. Dazu gab es heute in der Abendschau des RBB einen dramatischen Bericht.
Da bekommt man doch richtig Lust, in die Gemeinde einzutreten, um zusammen mit den charismatischen Gestalten vom Vorstand bzw. der Rebellengruppe Geschichte zu schreiben. Denn - egal wer sich am Ende durchsetzt - der Zwergenaufstand wird weiter gehen. Deswegen verschwinde ich erstmal nach Tel Aviv, um dort vom Mossad neue Anweisungen entgegenzunehmen. Schalom allerseits!...[Weiterlesen…]

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Achgut  

17.01.2013   09:11   +Feedback

Voll integriert

Wie Sie vielleicht wissen, tobt in den Feuilletons der Bundesrepublik derzeit ein Streit, ob der Journalist und Verleger Jakob Augstein ein Antisemit ist oder nur besonders „kritisch“ gegenüber der Politik der israelischen Regierung. Wie in solchen Fällen üblich, sagen die einen „ja, er ist es“ und die anderen „nein, er ist es nicht“, denn ein Mann wie er, gebildet und mit guten Manieren, kann kein Antisemit sein. Der Annahme liegt die Überzeugung zugrunde, dass ein Antisemit so aussehen und sich so benehmen müsse, wie einst die Schläger von der SA und der SS oder wenigstens die Kostümnazis von der NPD heute.

Während die Debatte noch läuft, hat man aber einen „echten“ Antisemiten gefunden. Es ist der Rapper Bushido, der sich mit frauen- und schwulenfeindlichen Songs („Seid ihr Fotzen aufgewacht?“) einen Namen...

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Achgut  Inland  Kultur  

16.01.2013   10:20   +Feedback

Boah, die traut sich was!

Erst fordert Claudia Roth die Israelis auf, mit dem “pragmatischen Teil” der Hamas zu verhandeln, jetzt nennt sie Bushido einen “Antisemiten”, nur weil er das politische Ziel der Hamas sich zueigen gemacht hat. Dabei ist Bushido doch schlimmstenfalls nur ein “Antizionist”, genau genommen nur ein “Israelkritiker”. Und außerdem ein Vorbild für Integration. Also der Augstein unter den Rappern.

Nun hat die Fatah, die noch pragmatischer als die Hamas ist und vielen hierzulande geradezu als “moderat” gilt, zur Feier des 48. Jahrestages ihrer Gründung ebenfalls ein “Palästina”-Logo vorgelegt, das, wie es in einem Bericht vornehm heißt, “ganz Israel abdeckt”, also das “zionistische Gebilde” von der Landkarte entsorgt hat.

Die Fatah ist aber nicht nur, im Gegensatz zu der Hamas, pragmatisch und moderat, sie ist auch ein Partner der SPD im...

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Achgut  Inland