Sie haben das Recht zu schweigen. Henryk M. Broders Sparring-Arena

Henryk M. Broder

09.12.2008   17:54   +Feedback

Prof. Benz hat ein Problem

Während sich unser Freund und Kollege Alan Posener furchtbar über unseren Freund und Kollegen Matthias Küntzel aufregt, der sich kritisch über das Berliner Zentrum für Antisemitismusforschung und dessen Aktivitäten geäußert hat, gerät der Direktor des Zentrums, Prof. Wolfgang Benz, in den Verdacht, es mit der Wahrheit nicht ganz genau zu nehmen.

In einem Bericht von Philipp Gessler in der taz vom 5.12 war zu lesen:
ZfA-Leiter Wolfgang Benz reagierte im Gespräch mit der taz empört auf die Vorwürfe Küntzels. Sie seien “völlig lachhaft”. Das Ganze sei “nicht ernst zu nehmen”, wie ihm auch Ilan Mor, der Gesandte der israelischen Botschaft in Berlin, die Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde der Hauptstadt, Lala Süsskind, und der SPD-Bundestagsabgeordnete Gert Weisskirchen, Beauftrager des OSZE-Vorsitzenden zur Bekämpfung des Antisemitismus, zugesichert hätten.
http://www.taz.de/1/politik/deutschland/artikel/1/feindbild-muslim-feindbild-jude/

Und in einem Interview mit dem Tagesspiegel vom 6.12. sagte Benz:
Ich komme gerade von einer Tagung bei der Friedrich-Ebert-Stiftung über Antisemitismus, habe dort mit Vertretern der israelischen Botschaft, der Berliner Jüdischen Gemeinde und aus dem Bundestag gesprochen: Alle haben mir den Rücken gestärkt. Sich mit Islamfeindschaft und Antisemitismus zu befassen, liegt im Mainstream der Forschung…
http://www.tagesspiegel.de/politik/Islamfeindlichkeit;art771,2677852

Gestern erklärte der Gesandte der israelischen Botschaft, Ilan Mor, in einem Gespräch mit der AdG, er habe nie mit Prof. Benz über den Küntzel-Text gesprochen, die Information sei frei erfunden. Heute hat Lala Süsskind, die Vorsitzende der jüdischen Gemeinde, eine mail an Prof. Benz geschickt, in der sie sich dagegen verwahrt, von Benz vereinnahmt zu werden. Sie sei “darüber empört, diese angebliche Aussage… in der Zeitung zu lesen und sich Anfragen dazu stellen zu müssen”.

Eine Stellungnahme von Gert Weisskirchen steht noch aus.

So kommt ein Feindbild zum anderen: Feindbild Jude, Feindbild Moslem, Feindbild Wahrheit.

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