Sie haben das Recht zu schweigen. Henryk M. Broders Sparring-Arena

Henryk M. Broder

07.12.2008   23:12   +Feedback

Die Katastrophen von gestern sind die Doktorarbeiten von morgen

Soeben ist die siebzehnte Ausgabe des Jahrbuchs für Antisemitismusforschung erschienen. Einen Schwerpunkt, so heißt es in der Verlagsankündigung, bildet das Themenfeld “Feindbild Islam und islamisierter Antisemitismus”. Was immer ein “islamisierter Antisemitismus” sein mag, islamischer Antisemitismus, wie er sich zum Beispiel in der Propaganda der Hamas und der Hisbollah äußert, kann es nicht sein, denn um solche aktuellen Phänomene macht das “Jahrbuch” einen großen Bogen. Die kommen wahrscheinlich erst im Jahrbuch 38 an die Reihe, wenn aus gebührendem Abstand die Frage behandelt wird, welche Faktoren zu einem atomaren Schlagabtausch zwischen dem Iran und Israel beigetragen haben. Statt dessen bearbeiten die Mitarbeiter des Zentrums für Antisemitismusforschung so akute, aufregende und wichtige “Themenfelder” wie: DAS STEREOTYP DER JÜDISCHEN FINANZMACHT IN DEN JAPANISCHEN MEDIEN und BAUGENOSSENSCHAFTEN WÄHREND DES NATIONALSOZIALISMUS; DER BERLINER SPAR- UND BAUVEREIN IM ZEICHEN DER GLEICHSCHALTUNG. Auch eine Arbeit über ein neu aufgelegtes Märchenbuch (KALIF STORCH UND DER BILDERBUCHJUDE ) klingt extrem vielversprechend. Ja, darüber wollten wir schon immer alles wissen, wir wußten nur nicht, wen wir fragen konnten. 
Hier das ganze Inhaltsverzeichnis: http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/zeitschriften/id=267&ausgabe=4432

 

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