Sie haben das Recht zu schweigen. Henryk M. Broders Sparring-Arena

Henryk M. Broder

06.08.2010   14:23   +Feedback

Happy Little Vegemites - 9

Ich habe ja aus meiner Abneigung gegen Akademiker nie ein Geheimnis gemacht, obwohl einige meiner besten Freunde studiert und einige sogar promoviert haben. Andererseits kann ich nix dafür, dass meine Vorurteile immer wieder bestätigt werden, zuletzt bei einer Veranstaltung in Sydney, bei der ein bekannter englischer Soziologe über “Tolerance” gesprochen hat. Er referierte im Wesentlichen das, was zu diesem Thema seit John Locke gesagt und geschrieben wurde, hielt sich mit einer eigenen Meinung weitgehend zurück. Allerdings, ganz konnte er das Thema “Islam” nicht vermeiden. Wenn man den Islam kritisieren wolle, meinte er, dann müsse man es auch zulassen, dass die Moslems kritische Fragen über den Holocaust stellen. Sonst mache man sich unglaubwürdig.
Auf meinen sehr höflich vorgetragenen Einwand, Leuten, die “kritische Fragen über den Holocaust” stellen, ginge es nicht um die Wahrheit, sondern darum, über das Leugnen des letzten Holocaust den nächsten vorzubereiten, stand ein älterer Mann im Publikum auf, stellte sich als “Holocaust-Survivor” vor und sagte, er lehne alles, was Ernst Zündel zum Holocaust sage, ab, habe aber dennoch, als Zündel der Prozess gemacht wurde, sich dafür ausgesprochen, dass der Deutsch-Kanadier seine Meinung frei äußern dürfe.
Nun weiss ich, wen ich noch weniger als Akademiker leiden kann: Juden und Holocaust-Überlebende, die sich für das Recht der Holocaust-Leugner einsetzen, ihre Meinung frei äußern zu dürfen.

 

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