Sie haben das Recht zu schweigen. Henryk M. Broders Sparring-Arena

Henryk M. Broder

01.02.2011   01:29   +Feedback

Knecht Ruprecht, Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses

Sehr geehrter Herr Polenz,
wie ich gerade erfahre, haben Sie mich auf ihrer Facebook-Seite aufgefordert, mich zu einem Beitrag zu äußern, der auf achgut erschienen ist. Ihr Wort ist mir Befehl, und wenn Sie von mir verlangen würden, dass ich Ihnen eine Haarwurzelmassage verpasse, würde ich Ihnen auch diesen Wunsch erfüllen. Was nun den Beitrag auf achgut betrifft, zu dem wir übrigens auch eine Entgegnung gebracht haben, die ihrer Aufmerksamkeit entgangen sein muss, so schlage ich folgendes Procedere vor: Sie äußern sich zu einem Interview, das Sie vor ein paar Monaten der FAS gegeben haben, in dem Sie u.a. sagen, dass “unsere Vorstellungen von Rechtsstaat und Menschenrechten auch mit dem Islam kompatibel sind”, und sobald Sie dies getan haben, erkläre ich Ihnen, wie der Beitrag von Detlef Alsbach gemeint war.
Also, nix wie los, Herr Polenz, erklären Sie mir die Kompatibilät des Islam mit unseren Werten. Eine solche Erklärung würde nicht nur mich als jüdischen Agnostiker interessieren, sondern auch die Vertreter des Islam, die in Saudi-Arabien Dieben die Hände abhacken, im Iran Ehebrecherinnen steinigen und in Ägypten, im Irak und im Sudan Christen massakrieren und sich seit Ihrem FAS-Interview auf eine harmonische und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Ihnen freuen. Sie wissen ja: “Beim Islam-Thema geht es darum, immer wieder zu erklären, dass diese Weltreligion mit 1,3 Milliarden Gläubigen alles andere als das ist, was Fundamentalisten und gewalttätige Extremisten unter fälschlicher Berufung auf den Islam vorführen.”
Stellen Sie also die Fundamentalisten und die gewalttätigen Extremisten, die den Islam missbrauchen, richtig. Ich wüßte niemanden, der dazu besser geeignet wäre als Sie.

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