Sie haben das Recht zu schweigen. Henryk M. Broders Sparring-Arena

Henryk M. Broder

02.02.2012   21:28   +Feedback

Jüdisches Leben und Rechtsextremismus

In Ägypten endete ein Fussballspiel mit über 70 Toten und einigen Hundert Verletzten. Klar, dass wir in einem solchen Moment wissen wollen, was die Grünen dazu zu sagen haben. Also fragen wir Viola von Cramon, die Sportpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen im Bundestag. Hier ihre Stellungnahme:

„Mit Erschrecken und Bedauern habe ich die Bilder der tragischen Ereignisse in Port Said/Ägypten vom 1. Februar 2012 gesehen. Nach bisherigen Informationen haben die Sicherheitsvorkehrungen im Rahmen des Spiels zwischen Port Said und Al Ahly aus Kairo in der ägyptischen Premier League versagt. Aus welchen Gründen auch immer das Sicherheitspersonal nicht eingegriffen bzw. falsch gehandelt hat: die gespannte Lage im Land hat sicherlich ihren Teil dazu beigetragen… Eines aber ist sicher: die Ausschreitungen in Ägypten sind klar zu trennen von den jüngsten Debatten um die Gewalt in und um Fußballstadien in Deutschland. Gleichwohl ist die Bundesregierung auch hier in der Pflicht, ihre Hilfe bei der Ausbildung von Sicherheitspersonal bei Sportereignissen anzubieten.“ http://violavoncramon.de/aktuelles/aktuelles-news-single/article/ausschreitungen_in_aegypten_sport_und_politik_duerfen_hier_nicht_vermischt_werden/

Angesichts von 70 Toten, egal aus welchem Grund, macht man keine Witze, aber alles, was einer grünen Politikerin nach einer solchen Katastrophe einfällt, ist ein Text, der saukomisch wäre, wenn sich ein Titanic-Autor ihn ausgedacht hätte. Wie kommt so was zustande? Vermutlich so:

Frau Viola von Cramon kommt morgens in ihr Büro im Bundestag und fragt ihre Referentin: “Was gibt es so Neues?” - “Nicht viel”, sagt die Referentin, “in Bremen soll Sport als Abiturfach abgeschafft werden, in Rheinland-Pfalz findet die Weltmeisterschaft im Tischfussball statt und in Ägypten gab es 70 Tote bei einem Fussballspiel.” - “Dazu müssen wir sofort was sagen!”, ruft die Sportpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen im Bundestag, “machen Sie mir mal einen Entwurf!”

Die Referentin holt ihren sportpolitischen Lego-Satzbaukasten aus dem Regal und macht sich an die Arbeit. “Mit Erschrecken und Bedauern… tragische Ereignisse… eines aber ist sicher… gleichwohl ist die Bundesregierung in der Pflicht…”

“Gut gemacht”, sagt Viola von Cramon, “sehen Sie zu, dass die Stellungnahme gleich an alle Agenturen geht, aber beeilen Sie sich, wir haben heute noch was vor!”

Tatsächlich muss noch eine Aktion gegen den Rechtsextremismus vorbereitet werden, am 5. Februar in Bad Harzburg. “Neben einem Rundgang durch die Stadt mit den Themen jüdisches Leben und Rechtextremismus in der Stadt, wird ein Gesprächskreis zum Thema Rechtsextremismus im Harz und länderübergreifende Strukturen stattfinden.” Ja, was passt besser zusammen als jüdisches Leben und Rechtsextremismus, vor allem in Bad Harzburg, einer Hochburg jüdischen Lebens?
http://violavoncramon.de/termine/?tx_desimplecalendar_pi1%5BshowUid%5D=45825&tx_desimplecalendar_pi1%5BbackPath%5D=%252Ftermine%252F

Die Grünen tun nicht so, die sind so: infantil, debil und senil. In Aachen, in Bad Harzburg und im Rest der Bunten Republik Deutschland.

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