Sie haben das Recht zu schweigen. Henryk M. Broders Sparring-Arena

Henryk M. Broder

03.08.2012   23:15   +Feedback

Attac und “Aktuelle Kamera”

In der “aktuellen kamera” von heute gab es einen Bericht über “einen neuen Vorstoß, Reiche und Top-Verdiener stärker zur Kasse zu bitten”. Ein “Aktionsbündnis aus Gewerkschaften, Sozialverbänden und weiteren Organsationen” fordere die Wiedereinführung der Vermögenssteuer, sagte die Moderatorin und gab das Wort weiter an die bekannte Ökonomin und Schuldenexpertin Jutta Sundermann von - nein, diesmal nicht der Freien Deutschen Jugend, sondern von Attac Deutschland.

“Die reichsten 70.000 Menschen in der Bundesrepublik, das ist ganz schön wenig, also weniger als ein Prozent, die besitzen rund zwei Billionen Euro, das sind zwei Tausend Milliarden und das entspricht interessanterweise oder übertrifft sogar noch die gesammelten Schulden von Bund, Ländern und Gemeinden.”

Nun, wer für Attac in die Bütt tritt, muss weder rechnen noch denken können. Es reicht, einen Ringelpulli zu tragen und “Umverteilung” zu rufen. In der BRD leben rund 80 Millionen Menschen. Das ist eine Acht mit sieben Nullen. 70.000 Menschen wären nicht ein Prozent sondern gerade mal ein Promille der Bevölkerung. Und ob dieses Promille zwei oder vier oder zehn Billionen Euro besitzt, kann niemand sagen, weil es sich nicht um Bargeld handelt, das unter den Kopfkissen versteckt liegt, sondern größtenteils um Aktien, Beteiligungen und immobiles Vermögen, das ersteinmal veräußert werden müsste, bevor es umverteilt werden kann. Wenn es aber in einer Art Zwangsenteignung auf den Markt käme, würde es unter dem Marktwert verscherbelt werden. Auch das muss eine Junge Pionierin von Attac Deutschland nicht wissen. Sie rechnet einfach die Staatsschulden von etwa zwei Billionen gegen ein geschätztes Privatvermögen von ebenfalls zwei Billionen…

Den Rest kann sich der Zuschauer denken, für den die Demo des Bündnisses aus Gewerkschaften, Sozialverbänden und anderen Organisationen vor dem BuKa-Amt für die “aktuelle kamera” inszeniert wurde. Vor Ort waren, wie man in einer Totalen sehen konnte, ein Clown und zwei Dutzend Aktivisten, die unbemerkt geblieben wären, wenn sich die “aktuelle kamera” ihrer nicht angenommen hätte. So hat sie es schon mit “Massenkundgebungen” in der DDR gemacht, und so macht sie es noch heute.

PS. In den “Tagesthemen”, der Spätausgabe der “aktuellen kamera”, gab es einen noch ausführlicheren Bericht über den “spielerischen Protest” des Bündnisses für “Umfairteilung”. Dabei kam auch der Attac-Ringelpulli wieder zum Kopfrechnen und es wurde auch ein Berliner Hinterhof-Millionär vorgestellt, der gerne mehr Steuern zahlen möchte, weil er nicht weiß, was er mit seinem Geld anfangen soll. Dem Mann kann geholfen werden. Unser Rat: Die Hälfte des Vermögens für Glücksspiel, Suff und Nutten ausgeben und den Rest sinnlos verprassen.

Siehe auch:
http://de.sevenload.com/videos/t2ZEmKZ-Finanzkrise-Aktuelle-Kamera

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