Sie haben das Recht zu schweigen. Henryk M. Broders Sparring-Arena

Henryk M. Broder

26.06.2012   04:12   +Feedback

Bodo! Sind Sie das?

Herrn
Bodo Ramelow
Fraktionsvorsitzender
DIE LINKE Fraktion im Thüringer Landtag

Sehr geehrter Herr Ramelow,
ich habe per CC einen Brief erhalten, den Sie an den Berliner Korrespondenten der Jerusalem Post, Benjamin Weinthal, geschrieben haben. Allerdings: Obwohl der Brief von einem Bodo Ramelow auf dem Briefpapier der Linkspartei geschrieben wurde, kann ich es mir nicht vorstellen, dass Sie es waren, der diesen Brief geschrieben hat. Er ist in einem so erbärmlich schlechten Deutsch abgefasst, dass nicht einmal das Neue Deutschland ihn als Leserbrief abdrucken würde. Ich kann es mir auch nicht vorstellen, dass ein Mann von Ihrer Eloquenz so schreibt, wie alte Damen ihren Jägermeister trinken - mit abgespreiztem kleinen Finger, autoritär, gestelzt und gereizt.

Irgendjemand, der es nicht gut mit Ihnen meint, möglicherweise ein “Parteifreund” aus dem Lafo-Wagenknecht-Lager, benutzt Ihren Namen, um Sie bloßzustellen. Ein Satz wie =Auf Grund der illegalen Weitergabe meiner Kontaktdaten und der Inhalte von angeblich für die Jerusalem Post erbetene Stellungnahmen muss ich heute davon ausgehen, dass die hier benutzte E-Mail-Adresse, hinter der Sie agieren, einer Prüfung der Identität nicht standhält= kann unmöglich von Ihnen stammen; der echte Bodo Ramelow würde sich nie darüber aufregen, dass seine “Kontaktdaten” verbreitet wurden, will er doch für die Menschen immer erreichbar sein. Er würde sich nicht darüber beschweren, dass eine Stellungnahme, die er für eine Zeitung abgegeben hat, auch in anderen Medien erschienen ist, denn er will so viele Adressaten wie möglich erreichen. Der echte Bodo Ramelow würde sich nicht wie ein durchgeknallter Kommisskopp aufführen, der seine Rekruten zurechtweist, weil sie ihn nicht vorschriftsmäßig gegrüsst haben. Kurzum, der Tonfall weist auf einen Apparatschik hin, der sich selbst nicht im Griff hat und schnell die Contenance verliert. Jeder, der Sie kennt, weiß, dass dies nicht Ihre Art ist.

Sie sollten, finde ich, etwas gegen den Mißbrauch Ihres Namens unternehmen, je eher, desto besser. Bitte, lassen Sie es mich wissen, ob und wie ich Ihnen dabei behilflich sein kann.

Freundschaft!
Ihr HMB

PS. Hier der Brief Ihres Impersonators:

Sehr geehrter Herr XYZ,

am Samstag, den 23. Juni 2012 um 14.19 Uhr haben Sie erneut meine private E-Mail-Adresse unberechtigt an dritte außenstehende Personen per Rund-Mail in CC und BCC versandt. Sie waren schriftlich aufgefordert, dies zu unterlassen, und Sie haben trotz dieser eindeutigen Aufforderung unberechtigt private Kontaktdaten sowie persönliche Mail-Verkehre, die dem Post- und Fernmeldegeheimnis unterliegen, weiter verbreitet.

Bevor ich irgendeine weitere Stellungnahme abgebe, fordere ich Sie auf, Ihre Postanschrift und Ihre Identifikation mir zu übermitteln sowie Ihre Legitimation nachzuweisen, dass Sie als Journalist für die Jerusalem Post arbeiten. Ich fordere Sie auf, dies auf dem Postweg an meine Dienstadresse darzulegen und behalte mir weitere juristische Schritte vor.

Dem Eingang Ihres Briefes oder eines entsprechenden Faxes entgegen sehend, verbleibe ich hochachtungsvoll
Bodo Ramelow
Fraktionsvorsitzender

 

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