Sie haben das Recht zu schweigen. Henryk M. Broders Sparring-Arena

Henryk M. Broder

19.04.2013   04:38   +Feedback

Zwei Massenbewegungen und eine Aktivistin

Zu unserem Beitrag über die Anonymen Party Pupser teilt uns achgut-Leser Robin U. Folgendes mit:

Der Internetauftritt der “Jüdischen Stimme für gerechten Frieden in Nahost” ist registriert auf einen Thomas Ulrich von der Organisation “Internationale Liga für Menschenrechte e.V.”, welche auch tatsächlich im Berliner Haus der Demokratie und Menschenrechte ansässig ist.

Deren Internetpräsenz bittet derweil um Geduld, die Seite “Vorstand / Präsidium” werde zur Zeit aktualisiert. Dies steht dort allerdings schon mindestens seit Juni 2012, wie ein Blick aufs Internetarchiv archive.org zeigt.

Die JSfgFiNeV stellt die deutsche Sektion der “European Jews for a Just Peace” dar und wurde 2003 von Prof. Dr. Fanny-Michaela Reisin, Dozentin für Informatik i.R. an der Beuth Hochschule für Technik Berlin und gebürtige Israelin, gegründet. Erster Präsident und jetziger Vize war der Bremer Rechtsanwalt Dr. Rolf Gössner, dessen Homepage man wiederum entnehmen kann, dass die aktuelle Präsidentin (seit 2010) und somit verantwortlich für die Publikation der “Antwort auf den Aufruf aus Israel”, Fanny-Michaela Reisin ist.

Unsere Vermutung hat sich also bestätigt: Die Jüdischen Stimme für gerechten Frieden in Nahost ist eine echte Massenbewegung, die zur Untermiete bei einer anderen Massenbewegung wohnt, der Internationalen Liga für Menschenrechte e.V. Geht man auf die Homepage der Internationale Liga für Menschenrechte e.V. findet man viel Interessantes, nur eines nicht: Wer im Vorstand bzw. Präsidium der Internationalen Liga für Menschenrechte e.V.sitzt. Es handelt sich also gleich um zwei führungslose Massenorganisationen, die beide um Spenden werben, die “steuerlich absetzbar” sind. 

Und was die Gründerin der Jüdischen Stimme für gerechten Frieden in Nahost angeht, Frau Prof. Dr. Fanny-Michaela Reisin, Dozentin für Informatik i.R., so erfahren wir über sie auf einer Seite des SWR, sie sei eine “israelische Friedensaktivistin”, die seit ihrem 13. Lebensjahr in Berlin lebt. Das heisst, sie st nicht nur eine Dozentin i.R., sie ist auch eine “israelische Friedensaktivistin” a.d.F. - aus der Ferne. So wie Astrophysiker von der Erde aus weit entfernte Planeten beobachten, so nimmt sie seit ihrem 13. Lebensjahr an den Aktivitäten der israelischen Friedensbewegung teil. Aktiv, unermüdlich und erfolgreich.

Was uns an einen alten Witz erinnert. Theodor Herzl soll mal bei einer Partie Schach im Cafe Landtmann in Wien seinen Weggefährten Max Nordau gefragt haben, welches Amt er in dem von Herzl geplanten “Judenstaat” übernehmen möchte. Worauf Nordau geantwortet haben soll: “Ich möchte gerne der Botschafter in Wien werden.”

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