Sie haben das Recht zu schweigen. Henryk M. Broders Sparring-Arena

Henryk M. Broder

15.06.2003   13:04   +Feedback

Der Jud Süß unserer Tage

D A S   L E T Z T E

Heißluftballon mit Turbomotor

Michel »Mischu« Friedman war lange ein Musterjude der Philo- und Antisemiten, gefürchtet, bewundert, gehasst und beneidet. Jetzt ist er da angekommen, wo er nie sein wollte: in der deutschen Wirklichkeit.

So ein Tag, so wunderschön wie heute! Draußen scheint die Sonne, es ist ein Wetter wie in Rimini, doch der gute Deutsche sitzt auf seinem Balkon und liest die Zeitung. Er trägt ein Unterhemd, das er seit einer Woche nicht mehr gewechselt und eine kurze Hose, die er von Mutti zum Vatertag bekommen hat. Vor ihm ein voller Aschenbecher, zu seinen Füßen ein halb leerer Kasten DAB. Es geht ihm gut, die Schadenfreude läuft ihm zu den Ohren raus wie an kalten Wintertagen der Rotz aus der Nase. Endlich hat’s den Friedman erwischt! Es wurde aber auch Zeit! Der war überfällig! So wie der sich aufgeführt hat! Arrogant und anmaßend! Nicht geraucht und nicht getrunken! Aber gekokst! Dann macht der gute Deutsche noch ‘ne Flasche Bier auf, steckt sich eine Marlboro an, nimmt einen Lungenzug und lehnt sich zufrieden zurück. Nee, mit dem Friedman möchte er nicht tauschen. Um nix in der Welt. Nicht einmal wegen der Bärbel Schäfer. Schade nur, denkt er sich, dass der Möllemann das nicht mehr erlebt hat. Es wäre ihm ein innerer Reichsparteitag gewesen. Rülps.

Anonym und echt

»Das meint der Leser« zum Thema Friedman:

Hey Broder! Wenn der friedman sich irgendwann mal aus dem satub macht, dann weis ich wo wir ihn finden können: Hier:www.bahnhof-zoo.de

Mölleman hat völlig recht gehabt mit dem “tollen” Friedman!! Hoffentlich kommt dieses Schwein hinter gittern. Am besten in der Ukraine mit seinen Menschenhändler-kumpanen!!

Wissen Sie an wen ich immer denken muss, wenn ich am Bahnhof die drogensüchtigen Penner sehe? Ganz genau! an den…

Klasse Friedman! Schade dass das mölli nicht mehr erleben kann! Ich lach mich schlapp.. Der vorzeige-schmier-jude auf Koks! Viell. hat er das zeug in seinem zentralrat der kokser verteilt!! Und noch was: Jetzt weis ich für was das ganze geld von der Förderung des ZDJ durch die BRD gebraucht wird! KOKS KOKS!!!!!

Hey broder! Eine frage. Weist du zufällig was friedmann konsumiert? Koks?, crack?, extasy? Ich wende mich mit dieser frage an dich weil du ja einer der engsten mitkok… ähhh freunde von dem schmierlappen bist. Kannst das geheimnis mal auf deiner hässlichen seite veröffentlichen.. Wie sind eig. so die preise für stoff? LOL Armer kerl. Wenn ich mal wieder zeit hab, dann besuch ich mal firedmann in der entzugsklinik. bis dann.

Wenigstens war Möllemann nicht ein durchgeknallter, asozialer drecks-Junkee und verkehrte nicht mit ukrainischen Menschenhändlern! Warscheinlich ist dieser ganze “Zentralrat der Kokser” ein großer Menschenhändlerring!

Immer das gleiche mit diesen Juden! Kriminell, Drogensüchtig und zu nichts in Lage!

Die Achse der KOKSER! http://www.zentralratdjuden.de/ Einer Durchgeknallter als der andere!

Von mir aus soll Frideman an einer Überdosis Verrecken! Wenn es soweit ist, dann werd ich persönlich auf seinem schmierigen Grabstein Spucken!

das ist wie Weihnachten und Ostern zusammen. Friedman ist erledigt. Traumhaft. Immer mahnend den Finger erhoben, wo wir uns gefragt haben, wie, wo, was ist los?

*sing*Mutter der friedman mit dem koks ist da, ja mein junge das weis ich ja. ... Er hat kein Hirn, Du hast kein Hirn, wer hat den friedman mit dem Koks bestellt? *sing*

Das Glück gleicht dem Balle, es steigt zum Falle, hat schon Gottfried Benn geschrieben. Das haben Möllemann und Friedman in der Tat gemeinsam. Wer sich so weit aus dem Fenster hängt, muss damit rechnen, dass er eines Tages rausfällt. Nur: was bei Möllemann bis zum Moment seines Ablebens galt, sollte auch bei Friedman gelten, die so genannte Unschuldsvermutung, wonach einer, der nicht rechtskräftig verurteilt wurde, als unschuldig gilt. Deswegen werden sogar geständige Kindermörder als »mutmaßliche« Täter bezeichnet, bis das Gericht das Urteil gesprochen hat. Erst danach wird aus dem Angeklagten ein überführter Täter. Bei Friedman liegen die Dinge anders, obwohl die Beweislage mehr als dünn ist. Drei leere Tütchen, die in seiner Wohnung und in seiner Kanzlei gefunden wurden. Das dürfte kaum für eine Verurteilung reichen, aber für eine Vorverurteilung und öffentliche Vorführung ist es mehr als genug. Und nicht nur die Spießer haben ihren Spaß, auch die Angehörigen der gebildeten Stände glühen vor Schadenfreude. Eben haben sie noch die Frage diskutiert, wer an Möllemanns Fallschirm gefingert haben könnte (der Guido? der Mossad?), aber die Idee, irgend jemand könnte Friedman reingelegt haben, um eine offene Rechnung mit ihm zu begleichen, kommt ihnen nicht in den Sinn. Das wäre, rein theoretisch, eine mögliche Erklärung für eine dubiose Geschichte. Immerhin ist eine ganze Reihe von Promis in das Visier der Ermittler geraten, aber Friedmans Name war der einzige, der raus gegeben wurde. So sieht die Wirklichkeit aus, vor der er immer auf der Flucht war. Strange, isn’t it? Friedman ist der Jud Süß unserer Tage. Er ist gebildet, begabt, ehrgeizig, eloquent, tüchtig, und - geben wir es zu - auch ein wenig schmierig. Nicht wegen seiner Frisur, sondern weil er sich so bedenkenlos überall anbiedert. Nichts ist ihm peinlich. Er lässt sich zum »Krawattenmann des Jahres« wählen und posiert mit Bärbel für das Titelblatt der Bunten (oder war es die Gala)? So was zeugt nicht von innerer Stärke, von Stolz und Selbstbewusstsein, sondern von dem verzweifelten Wunsch, dazu zu gehören, von der Bussi- und Pussy-Gesellschaft angenommen zu werden. Keine Party ohne Friedman. Keine Hochzeit ohne Mischu. Er knutscht jeden ab, der ihm über den Weg läuft, und hat nur »gute Freunde«. Er ist ein weißer Neger, der Musterjude der Anti- wie der Philosemiten. Sie schätzen ihn, weil sie jemand brauchen, den sie zugleich fürchten, hassen, bewundern und beneiden können. Es kann sein, dass Friedman nichts dafür kann, dass er es einfach genießt, im Rampenlicht zu stehen, bei der Bambiverleihung, auf der Unicef-Gala und am Holocaustgedenktag. Dass er es einfach toll findet, oben zu sein, als CDU-Mann, der dem Kanzler die Leviten liest, als Vize des Zentralrates der Juden, der vom Papst empfangen wird, als Fernsehmoderator, der seine Gäste platt macht. Aber so ein Leben im Heißluftballon mit Turbomotor hat, wie auch bei Uschi Glas oder Stefan Effenberg, seinen Preis. Vom Everybody’s Darling zur öffentlichen Lachnummer mit einem festen Platz am RTL-Stammtisch ist es nur ein kleiner Schritt. Am Ende wird es egal sein, ob Friedman gekokst oder nur Kekse geschnupft hat. Er ist abgestürzt. Das ist es, was ihm seine Freunde und Feinde nie verzeihen werden. Und während »Mischu« in Frankreich abgetaucht ist und Bärbel Trost bei ihrer Mutter sucht, werden schon die nächsten Promis über den Platz getrieben: Stefan Mross und Stefanie Hertel, zwei Stars aus der heilen Welt der Volksmusik. Gestern noch bei Karl Moik im Musikantenstadl, heute schon auf der Titelseite der Bild am Sonntag nach einem Alkoholgelage mit anschließendem Totalausfall. Da kann Friedman nicht mithalten. Er posiert auch auf der Bild-Titelseite. Nur bei Karl Moik ist er noch nie aufgetreten.

HMB, 15.6.2oo3

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